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Dust Of Apollon: charters left unread (Review)

Artist:

Dust Of Apollon

Dust Of Apollon: charters left unread
Album:

charters left unread

Medium: CD/Download
Stil:

Electronic-Rock, Alternative-Rock

Label: Motor Entertainment
Spieldauer: 51:32
Erschienen: 20.03.2026
Website: [Link]

DUST OF APOLLON schlägt mit seinem Debüt „charters left unread“ ein großes Buch auf: 14 Kapitel Coming-of-Age, verpackt in ein Klangbild, das laut Pressetext Rock, Elektronik und analoge Nostalgie miteinander verschmelzen lässt. Hinter der vollmundigen Beschreibung einer „cineastischen Klangwelt“ steckt ein 22-jähriger Multiinstrumentalist aus Berlin, der seine persönliche Entwicklung musikalisch möglichst großformatig und multi-medial inszenieren möchte.


Was dabei zuerst auffällt, ist die Produktion. Sie orientiert sich hörbar an Emo- und Alternative-Rock-Acts wie HIGHLY SUSPECT, und wir immer wieder mit elektronischen Akzenten angereichert und stellenweise bewusst verfremdet. Akustische und elektrische Gitarren sorgen für einen Hauch organischer Wärme, doch der Großteil der Songs stammt klar aus der digitalen Werkzeugkiste. Vor allem die konsequent eingesetzten verfremdeten und auto-getunten Vocals verleihen dem Album einen leicht entrückten Charakter – eine Ästhetik, die gut zu den dramatisch aufgeladenen Geschichten über Herzschmerz, Selbstzweifel und Erwachsenwerden passt. In „trust me, I love you“ leidet man entsprechend mit dem Protagonisten durch eine besonders theatralisch inszenierte Trennungsnummer.


Eine willkommene Brechung des mitunter etwas schwülstigen Elektropop-Grundtons liefert „make up your mind, before you see us fall“. Hier ergänzen sich Rap und Gesang, getragen von wummernden Subbässen und Trip-Hop-Drums, während sich der Künstler hörbar die Verletztheit von der Seele schreit. Anschließend übernimmt wieder die atmosphärische Elektropop-Fraktion das Kommando. In „pandaemonia“ rückt die Stimme ganz in den Mittelpunkt, umgeben von Synth-Beats und aufgetürmten Klangflächen. Gerade solche Momente stehen DUST OF APOLLON besonders gut, weil hier weniger digitale Klangkosmetik und mehr emotionale Direktheit durchscheint.


Das folkig angehauchte „end of the road“ besitzt durchaus das Potenzial, den Herzschmerzpegel bei der Zielgruppe aus Teens und Twens zuverlässig nach oben zu treiben. Lange bleibt es allerdings nicht bei dieser Melancholie: In „dante’s goodbye“ treffen erneut Raps auf verzerrte Elektrosounds und Drum-and-Bass-Anleihen, während „the playbill“ klingt, als wäre es der Soundtrack zu den letzten leicht verschwommenen Stunden einer durchtanzten Nacht.
Und so wirkt „charters left unread“ wie das musikalische Tagebuch eines jungen Künstlers, der stilistisch noch auf der Suche ist, dabei aber durchaus Gespür für Atmosphäre und große Emotionen zeigt.

FAZIT: Mit „charters left unread“ legt DUST OF APOLLON ein Debüt vor, das zwischen Emo-Rock, Elektropop und Trip-Hop-Anleihen pendelt und vor allem die Gefühlswelt des Erwachsenwerdens auslotet. Nicht jeder Moment entkommt der pathetischen Überhöhung oder dem digitalen Klangfilter, doch immer wieder blitzen Songs auf, in denen der Künstler seine Emotionen direkter transportiert. Noch wirkt vieles wie ein stilistisches Ausprobieren – aber genau darin liegt auch der Reiz dieses Debüts.

Marco Rauland (Info) (Review 73x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • the morning, the mist will fade
  • /heartbeat/
  • take my head w/ Absent Chronicels
  • mosaics of madness
  • lies in ink
  • trust me, i love you
  • make up your mind, before you see us fall w/ JONO
  • pandaemonia
  • end of the road
  • dante’s goodbye w/ No Strings feat. Caddy Pack
  • the playbill
  • the river styx
  • th0rns w/ Sam Day
  • orpheus

Besetzung:

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